Fishbowl-Diskussion

Die Fishbowl-Diskussion ist eine partizipative Diskussionsmethode, bei der ein Innenkreis spricht und ein Außenkreis zuhört. Durch einen „freien Stuhl“ können Teilnehmer:innen aus dem Außenkreis jederzeit aktiv werden. So werden Perspektivwechsel, aktives Zuhören und ein gleichberechtigter Austausch trainiert. Sie eignet sich besonders für kontroverse Themen, Meinungsbildung und als demokratische Übung im Klassen- oder Schülerrat.

Loslegen

Fragen zum Einstieg:

  1. Wer von euch hatte schon einmal das Gefühl, in einer Diskussion nicht zu Wort zu kommen?

  2. Wie fühlt es sich an, wenn man nur zuhört, ohne zu reden?

  3. Was ist besser: Viele gleichzeitig reden lassen oder feste Regeln einhalten? Warum?

Beispielantworten:
 – „Ich wollte reden, aber die anderen waren lauter.“
 – „Zuhören ist manchmal langweilig, aber man versteht mehr.“
 – „Regeln helfen, weil sonst Chaos entsteht.“

 

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Prinzip & Ablauf

Ursprung: aus der politischen Bildung, oft von NGOs und Landeszentralen vermittelt.

Ablauf: Innenkreis (4–6 Personen), Außenkreis (Rest), 1 Wechselstuhl. Nur Innenkreis darf sprechen. Wer von außen rein will, setzt sich auf den freien Stuhl, jemand anderes muss dafür raus.

Didaktischer Wert: Gleichberechtigung, Rededisziplin, Perspektivwechsel, Stärkung von Argumentationsfähigkeit.

Forschung: Laut Studien zur politischen Jugendbildung (z. B. Landeszentralen für politische Bildung, bpb) fördert die Fishbowl die Demokratiekompetenz (aktive Teilnahme, Respekt, Toleranz).

 

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Fertig?
Bereite ein kontroverses Thema (z. B. „Soll Handynutzung in der Schule erlaubt sein?“) vor. Leite eine 30-minütige Fishbowl-Diskussion mit klaren Regeln an.

 

Eintauchen 1

Reflexion & Anwendung

  • Nach der Diskussion: Gemeinsame Auswertung im Plenum.

  • Leitfragen:

    • „Wer hat sich gehört gefühlt?“

    • „Gab es faire Chancen?“

    • „Wie war es, nur zuzuhören?“

  • Transfer: Lernende erfahren, dass Zuhören und Diskutieren gleichwertig wichtig sind → Grundhaltung für demokratische Kultur.

Arbeitsauftrag:
 Lass die Gruppe auf Karten festhalten:

  1. Was hat mir gefallen?

  2. Wo gab es Schwierigkeiten?

  3. Was nehme ich für die nächste Diskussion mit?

 

Umsetzung im Alltag

  • Im Klassenrat die Fishbowl nutzen, wenn ein Konfliktthema heiß diskutiert wird.

  • Regelmäßig (z. B. alle 2 Monate) eine Fishbowl als „Demokratieübung“ durchführen.

Abschließen

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Nimm dir abschließend Zeit und beantworte für dich folgene Fragen:

  • Welche Rolle nehme ich in Diskussionen meist ein (Moderator:in, Vielredner:in, Zuhörer:in)?

  • Wie kann ich Lernende unterstützen, ihre Position zu wechseln (von Zuhören zu Sprechen, von Sprechen zu Zuhören)?