Globales Verständnis stärken – Sprachenvielfalt als Zugang zur Welt

Diese Einheit nutzt Sprache als Zugang zu globalem Lernen. In einer mehrsprachigen, kulturell diversen Welt ist die Herkunftssprache nicht nur Identitätsanker – sie ist auch Türöffner für gegenseitige Wertschätzung, Neugier und interkulturellen Dialog. Die Kinder erleben ihre eigene Sprachbiografie als Stärke und entdecken Gemeinsamkeiten und Unterschiede durch kreative Methoden und Beteiligung der Eltern. Die Reflexion eröffnet neue Perspektiven auf Inklusion im Alltag.

Loslegen

Was ist deine Sprache?

Gemeinsam mit deinem Buddy:

Überlegt und tauscht euch aus...

  • Welche Sprache spreche ich zu Hause?

  • Welche Sprache klingt für mich schön, spannend oder lustig?

  • Wann spreche ich welche Sprache – und wie fühlt sich das an?

  • Welche Sprache möchte ich unbedingt noch lernen – und warum?

Ziel: Bewusstsein für Mehrsprachigkeit und Lust auf Sprache schaffen.

 

Neues entdecken

Weltkarte & Sprachen entdecken

Weltweit existieren rund 7000 Sprachen – viele davon sind bedroht. Doch Sprachen sind mehr als Worte: Sie tragen Erinnerungen, Wissen, Zugehörigkeit. Die UNESCO schützt sprachliche Vielfalt als Teil des immateriellen Kulturerbes. Sprachen verschwinden oft dann, wenn sie nicht mehr sichtbar und hörbar sind – in Schulen, im Alltag, in Medien. Umso wichtiger ist es, auch kleinen Sprachen Raum zu geben.

Sprachliche Vielfalt ist nicht nur Realität, sondern auch ein pädagogisches Lernfeld: Sie ermöglicht Perspektivwechsel, fördert globale Verbundenheit und stärkt die Identitätsentwicklung. In einer Welt, in der Kommunikation zunehmend über Grenzen hinweg stattfindet, ist das Verständnis für unterschiedliche sprachliche Praktiken und Bedeutungen eine zentrale Kompetenz.

Mehr Informationen über Sprachenvielfalt als Lernfeld globaler Kompetenzen findest du:

 HIER

 

 

 

Ideen für die Umsetzung:

  • Eine große Weltkarte (an der Wand, auf dem Boden oder digital) zeigt die Länder.

  • Die Kinder wählen Sprachen, die sie sprechen, spannend finden oder gern lernen würden.

  • In Gruppen tauschen sie sich aus: Wo wird die Sprache gesprochen? Wie klingt sie? Was verbindest du damit?

  • Begrüßungen, Lieblingswörter oder Reime werden gesammelt, gesprochen, gehört.

 

Tipp: Sprache auch als Klang erleben! Hörbeispiele nutzen – oder gemeinsam neue Klanglandschaften gestalten.

 

 

Eintauchen 1

Das Video „Why these multilingual school kids want to learn more languages“ (British Council) zeigt eindrücklich: Kinder sind stolz auf ihre Sprachen. Sprache bedeutet Identität, Verbindung, Erinnerung, Freundschaft. Der Film inspiriert dazu, Kindern die Bühne zu geben, über ihre Sprachen zu erzählen.

Mehrsprachigkeit ist weltweit die Norm – und nicht die Ausnahme. Der Zugang zu mehreren Sprachen eröffnet nicht nur kulturelle Horizonte, sondern stärkt auch kognitive Flexibilität, soziale Kompetenz und das Selbstbewusstsein von Kindern und Jugendlichen. Das Anerkennen von Sprachen als Ausdruck von Zugehörigkeit und biografischer Erfahrung ist ein Schritt hin zu inklusiver Bildung.

Mehr zu dem Thema findest du hier:

Warum Mehrsprachigkeit Identität, Lernen und Zugehörigkeit stärkt

 

Ablauf in Buddy-Teams:

  • Video gemeinsam anschauen.

  • Notieren: Was hat dich berührt? Was hast du verstanden? Welche Sprache hast du erkannt?

Fertig? Tausch dich mit deinem Buddy aus.

 

Danach überlegt gemeinsam:

  • Was bedeutet Sprache für dich selbst? Welche Sprachen begleiten dich?

Fragen für die Kinder/Jugendlichen:

  • Wann ist Mehrsprachigkeit ein Geschenk?

  • Welche Sprache hörst du zu Hause, im Bus, auf dem Schulhof, im Supermarkt?

 

Hier findest du den Video-Link

 

Ausprobieren 1

Eltern als Sprachenexpert:innen einladen

Ziel: Die Herkunftssprachen der Kinder werden sichtbar – mit Unterstützung aus der Familie.

Ideen für Projekte:

  • Eltern bringen ein Kinderlied aus ihrer Sprache mit (als Tonaufnahme, Video oder live).

  • Gemeinsam mit den Kindern wird ein Lied-Poster gestaltet: Text, Bild, Flagge, Symbol.

  • Es entsteht ein buntes Lied-Album oder Klangbuch: „So klingt unsere Klasse“.

  • Ältere Jugendliche interviewen Eltern oder Großeltern zu Sprachgeschichten aus ihrer Kindheit.

Wirkung: Stolz, Anerkennung, Elternbeteiligung, Vielfalt wird erlebbar.

 

Ausprobieren 2

Sprachenmarkt oder Kinderprojekt

Ziel: Kinder und Jugendliche übernehmen Verantwortung für einen lebendigen Sprachenraum.

Beispielhafte Umsetzung:

  • In Gruppen wählen die Kinder eine Sprache (eigene, neue oder Wunsch-Sprache).

  • Sie bereiten vor: ein Wort, einen Klang, ein Bild, ein Lied oder ein Rätsel.

  • Am Projekttag entsteht ein „Markt der Sprachen“: Jedes Kind zeigt, was es begeistert.

  • Eingeladen sind andere Gruppen, Eltern, Nachbar:innen, Geschwister.

  • Für Jugendliche: Zusätzlich Kurzvorträge zu Sprachrechten, bedrohten Sprachen oder zur Rolle von Sprache im Internet.

Ziel: Dialog auf Augenhöhe – Sprachen als Brücke zwischen Menschen sichtbar machen.

 

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Gedankenreise zur Sprachenwelt

Gedankenspiel (individuell oder im Buddy-Team):

  • Was würde passieren, wenn es auf der Welt nur noch eine einzige Sprache gäbe?

  • Wie sähe dein Alltag ohne Sprache aus? Wie würdest du dich ausdrücken?

  • Was heißt es, sprachlos zu sein – und wie kann ich anderen eine Stimme geben?

Abschlussmöglichkeit: Gestaltung einer persönlichen Sprachen-Zeitkapsel: Welche Sprache möchte ich in zehn Jahren sprechen oder weitergeben? Warum?