„KI“ - Zwischen Faszination, Einfluss und pädagogischer Verantwortung

KI ist für Kinder und Jugendliche kein abstraktes Zukunftsthema, sondern Teil ihres Alltags. Empfehlungssysteme, automatisierte Bewertungen, sprachfähige Systeme und personalisierte Inhalte prägen Wahrnehmung, Entscheidungen und Selbstbilder. Diese Unit zeigt auf Grundlage der Arbeiten von Katharina Zweig, warum junge Menschen besonders vulnerabel gegenüber KI-Systemen sind, wie Macht und Einfluss im Alltag wirken und welche pädagogische Verantwortung daraus entsteht. Im Mittelpunkt steht nicht Verbote oder Technikangst, sondern Orientierung, Schutz und Stärkung von Selbstwirksamkeit.

Loslegen

Wer die Wirkungsweise von Algorithmen nicht versteht, ist ihnen besonders ausgeliefert.

 

  1. Wo begegnet Kindern und Jugendlichen KI heute ganz selbstverständlich?

  2. Welche Entscheidungen treffen sie selbst – und welche werden vorstrukturiert?

  3. Wann wird KI im Alltag als hilfreich erlebt, wann als beeinflussend?

 

Gemeinsam mit deinem Buddy:

  • Tauscht euch darüber aus, wo ihr im Alltag von Kindern und Jugendlichen Einfluss durch Technik wahrnehmt – auch dort, wo er kaum auffällt.

Neues entdecken

Kinder und Jugendliche wachsen in einer Umwelt auf, in der KI-Systeme alltäglich Entscheidungen vorbereiten, Inhalte filtern und Aufmerksamkeit steuern.

Diese Systeme sind nicht neutral. Sie beeinflussen Wahrnehmung, Selbstbilder und Handlungsspielräume. Katharina Zweig macht deutlich, dass junge Menschen besondere Schutz- und Bildungsbedarfe haben, da sie sich noch in Entwicklungs-, Lern- und Orientierungsprozessen befinden.

Willst du mehr darüber erfahren?

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Eintauchen 1

In diesem Kapitel geht es um die Frage, wie junge Menschen im Umgang mit KI begleitet werden können, ohne sie zu bevormunden oder allein zu lassen. Es geht um Orientierung, Schutz und die bewusste Stärkung von Selbstwirksamkeit als zentrale pädagogische Aufgaben.

Mehr dazu findest du

HIER

 

Ausprobieren 1

Einfluss erkennen und pädagogische Verantwortung im KI-geprägten Alltag übernehmen

Der erste Transfer richtet den Fokus auf die eigene professionelle Rolle im Alltag von Kindern und Jugendlichen, die von KI-Systemen mitgeprägt wird. Ziel ist es, Einflussmechanismen nicht nur theoretisch zu verstehen, sondern sie im eigenen Arbeitskontext bewusst wahrzunehmen und pädagogisch einzuordnen.

Pädagogische Verantwortung zeigt sich hier darin, nicht nur auf Nutzung zu reagieren, sondern Rahmen zu gestalten, in denen Orientierung, Schutz und Selbstwirksamkeit möglich werden.

 

Los geht’s:

Nimm dir Zeit für eine individuelle Reflexion oder einen kollegialen Austausch.

 

Bearbeite folgende Leitfragen:

  • Wo begegnen Kindern und Jugendlichen in meinem Arbeitsfeld KI-Systeme ganz selbstverständlich?

  • In welchen Situationen beeinflussen Empfehlungen, Bewertungen oder Vorauswahlen ihr Verhalten oder ihre Selbstwahrnehmung?

  • Wo besteht die Gefahr, dass algorithmische Rückmeldungen als objektiv oder maßgeblich erlebt werden?

Formuliere anschließend zwei bis drei konkrete pädagogische Leitgedanken, die dein Handeln im Umgang mit KI im Alltag junger Menschen leiten sollen, zum Beispiel:

  • Wie du Einfluss sichtbar machst, ohne zu dramatisieren

  • Wo du Schutz priorisierst und warum

  • Wie du Selbstwirksamkeit bewusst stärkst

Diese Leitgedanken können als persönliche Orientierung dienen oder in Teams weiterentwickelt werden.

 

Ausprobieren 2

Orientierung geben, ohne zu bevormunden

Im direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen geht es nicht darum, KI zu erklären oder zu bewerten, sondern darum, Reflexion zu ermöglichen. Pädagog:innen begleiten junge Menschen dabei, Einfluss zu erkennen, ohne ihnen Autonomie abzusprechen oder Angst zu erzeugen.

Der zweite Transfer zielt darauf ab, konkrete pädagogische Impulse für den Alltag zu entwickeln, die Orientierung und Selbstwirksamkeit fördern.

 

Alleine oder mit deinem Buddy:
 Entwickle einen kurzen Gesprächsimpuls, eine wiederkehrende Frage oder eine einfache Reflexionsübung, mit der du Kinder oder Jugendliche dabei unterstützt,

  • zwischen eigener Entscheidung und algorithmischer Vorauswahl zu unterscheiden

  • Rückmeldungen von Systemen nicht mit dem eigenen Wert gleichzusetzen

  • eigene Interessen, Bedürfnisse und Maßstäbe ernst zu nehmen

Reflektiere dabei:

  • Welche Sprache ist alters- und entwicklungsangemessen?

  • Wie kannst du Neugier fördern, ohne Überforderung zu erzeugen?

  • Wie kannst du Beziehung als Schutzfaktor bewusst einbringen?

Ziel ist es, KI als Teil der Lebenswelt einzuordnen, ohne sie zum Maßstab für Identität oder Entscheidung werden zu lassen.

Abschließen

Abschließen

KI prägt den Alltag junger Menschen oft unsichtbar. Pädagogische Qualität zeigt sich darin, Einfluss sichtbar zu machen und zugleich Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit zu stärken.

Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist zunehmend von KI-Systemen durchzogen. Pädagog:innen stehen damit vor der Aufgabe, Einfluss zu benennen, ohne Ohnmacht zu erzeugen, und Schutz zu bieten, ohne Selbstständigkeit zu untergraben.

 

Reflexionsfragen zur eigenen Haltung

  • Wo erlebe ich KI im Alltag junger Menschen als besonders wirkmächtig?

  • In welchen Situationen fällt es mir schwer, zwischen Schutz und Freiheit abzuwägen?

  • Welche Rolle spielt Beziehung in meinem Umgang mit digitalen Einflüssen?

 

Reflexionsfragen zur zukünftigen Praxis

  • Was möchte ich im Umgang mit KI bewusst beibehalten, weil es Orientierung und Sicherheit bietet?

  • Was möchte ich verändern, um Selbstwirksamkeit stärker in den Mittelpunkt zu stellen?

  • Welche Haltung zu Technik, Einfluss und Verantwortung möchte ich jungen Menschen vorleben?