Sicherheit geben – Umgang mit traumatisierten Jugendlichen

Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungen brauchen keine permanente Therapie – sondern Pädagog:innen, die Beziehung anbieten, Sicherheit vermitteln und Eskalationen vermeiden. Diese Unit stellt Grundlagen traumasensibler Pädagogik vor, erklärt die systemisch orientierten Prinzipien des ETEP-Ansatzes (Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik) und ergänzt durch internationale Erkenntnisse aus dem WHO-Leitfaden zur Trauma- und Resilienzförderung in Schulen. Du lernst, wie du Überforderungsreaktionen verstehst, präventiv intervenierst und langfristig zur Stabilisierung beiträgst.

Warm up

Denke an einen Jugendlichen, dessen Verhalten du oft schwierig findest.

  •  Welche Gründe KÖNNTE es für dieses Verhalten geben – jenseits von „Unlust“ oder „Provokation“?

 

Tausch dich mit deinem Buddy aus:

  • Was verändert sich durch die Frage „Was ist dir passiert?“ statt „Was stimmt nicht mit dir?“

Learn

Traumatisierte Kinder und Jugendliche haben Erfahrungen gemacht, die ihre Fähigkeit zur Emotionsregulation, zum Lernen und zur Beziehungsgestaltung massiv beeinträchtigen können. Zentral ist: Ihr Verhalten ist nicht absichtlich störend, sondern Ausdruck von Überforderung.

  • Kinder mit Trauma brauchen Begegnung statt Bewertung.
  • Pädagogische Systeme sollten stabilisierend wirken, nicht retraumatisierend.
  • Fachkräfte brauchen Supervision, Raum zur Reflexion und Fortbildung.
  • Diese Empfehlungen unterstützen Pädagogen und Betreuungspersonen dabei, Kindern in stressreichen Zeiten Sicherheit und Orientierung zu bieten. Durch eine stabile Umgebung und einfühlsame Kommunikation können Kinder besser mit Belastungen umgehen und Resilienz entwickeln.

 

LIES      Traumapädagogik für Kinder und Jugendliche

 

Tausch dich mit deinem Buddy aus:

Was ist direkt auf deine Arbeit übertragbar?

Welche Haltung möchtest du künftig bewusst einnehmen?

 

Fertig?

Dann informiere dich hier weiter

Sicherheit & Rhythmus – Wie Erwachsene Kindern helfen können, mit Stress umzugehen

 

Fertig?

Überlege gemeinsam mit deinem Buddy

  •  Was kannst du in deinem Alltag übernehmen?
  • Was hilft ALLEN Jugendlichen – nicht nur traumatisierten?

 

Dive in 1

ETEP nach Maywald & Lander verbindet entwicklungspsychologische Perspektiven mit systemischer Beobachtung. Es zielt auf Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen, nicht auf Verhaltenssteuerung. Grundlage ist die Beobachtung in Beziehung – nicht das Labeln von Defiziten.

Kernelemente:

  • Aufbau stabiler Beziehung über verlässliche Bezugspersonen
  • gezielte Beobachtung positiver Handlungsmuster („Was gelingt?“)
  • individuelle Förderplanung auf Grundlage des ETEP-Kompetenzrasters (z. B. Impulskontrolle, Selbstwahrnehmung, Emotionsregulation)

Lies dazu mehr:

ETEP – Stabilität durch Beziehung: Pädagogisches Arbeiten mit traumatisierten Jugendlichen

 

Transfer 1

Sieh dir das ETEP-Raster an

KLICKE HIER FÜR DAS RASTER

 

Jetzt bist du dran. Such dir eine der beiden Aufgaben aus:

Option a)

Beobachte gezielt eine:n Schüler:in und trage deine Beobachtungen und Reflexionen in die jeweiligen Felder ein.

 

Option b)

Wähle eine reale oder fiktive Schüler:in mit hohem Stressverhalten.

 

Analysiert im Buddy-Team:

  • Wo sind Ressourcen?
  • Was könnte ein Entwicklungsschritt sein?
  • Welche Form von Rückmeldung stärkt Beziehung statt Kontrolle?

 

Transfer 2

Sprachtraining & Umformulierungsübung:

  1. Sammle typische Sätze aus dem pädagogischen Alltag, die eskalierend oder bewertend wirken könnten (z. B. „Jetzt benimm dich mal!“).
  2. Formuliere gemeinsam im Buddy-Team entlastende, traumasensible Alternativen (z. B. „Ich sehe, dir fällt das gerade schwer. Wollen wir kurz durchatmen?“).
  3. Entwickelt daraus eine kleine Sammlung: „Sprache, die schützt“ – als Nachschlagehilfe im Klassenzimmer oder Lehrerzimmer.

Reflect

Reflect

Beobachte für eine Woche gezielt:

Wann fühlen sich Jugendliche in deiner Umgebung sicher? Woran erkennst du es (Blick, Stimme, Nähe)?

 

Halte für dich fest: „5 Zeichen von Sicherheit – und wie ich sie ermöglichen kann“.