Wie KI gestaltet werden muss, ohne pädagogische Autonomie zu verlieren
KI wird häufig als Instrument zur Kontrolle, Steuerung und Optimierung beschrieben. Diese Unit setzt einen bewussten Gegenakzent. Auf Grundlage zentraler Argumente von Katharina Zweig wird deutlich, dass technische Kontrolle Verantwortung nicht ersetzt, sondern oft verschleiert. Du setzt dich damit auseinander, warum pädagogische Qualität nicht durch Überwachung oder Automatisierung entsteht, sondern durch bewusste Gestaltung, klare Zuständigkeiten und professionelle Haltung.
Warm up
KI verspricht Kontrolle und Sicherheit. Pädagogische Qualität entsteht jedoch durch Beziehung, Urteilskraft und Verantwortung. Wie diese Spannung gestaltet wird, ist eine zentrale Zukunftsfrage pädagogischer Arbeit.
In welchen Kontexten wird KI als Mittel zur Kontrolle oder Überwachung eingesetzt?
Wann fühlt sich Kontrolle für dich entlastend an – und wann problematisch?
Wo liegt für dich der Unterschied zwischen Unterstützung und Steuerung?
Gemeinsam mit deinem Buddy:
- Tauscht euch darüber aus, wo ihr in eurem Arbeitsfeld Kontrolle erlebt – und wo ihr euch mehr Gestaltungsspielraum wünscht.
Learn
Der Wunsch nach Kontrolle ist ein zentrales Motiv beim Einsatz von KI.
Systeme sollen Sicherheit schaffen, Risiken minimieren und Entscheidungen absichern. Katharina Zweig zeigt jedoch, dass Kontrolle durch Technik keine Verantwortung ersetzt. Im Gegenteil: Je stärker kontrolliert wird, desto größer ist die Gefahr von Verantwortungsdiffusion. Pädagogische Professionalität erfordert daher einen bewussten Wechsel von Kontrolle hin zu Gestaltung.
Dive in 1
Willst du mehr erfahren?
Dann klicke hier
Transfer 1
Gestaltungsverantwortung statt technischer Steuerung im eigenen Arbeitsfeld
Pädagogische Professionalität zeigt sich hier darin, Technik nicht einfach zu nutzen, sondern ihren Einsatz aktiv zu gestalten, zu begrenzen und zu begründen.
Gemeinsam mit deinem Buddy:
- Nehmt euch Zeit für eine individuelle Reflexion oder einen strukturierten Austausch
Bearbeitet dabei folgende Leitfragen:
-
In welchen Situationen in meinem pädagogischen Alltag begegnet mir KI als Instrument der Kontrolle oder Steuerung?
-
Wo erlebe ich technische Systeme als entlastend, und wo als einschränkend für meine professionelle Autonomie?
-
An welchen Stellen habe ich realen Gestaltungsspielraum, auch wenn technische Systeme im Einsatz sind?
Formuliert anschließend zwei bis drei konkrete Gestaltungsprinzipien für euren Umgang mit KI, zum Beispiel:
-
wann KI unterstützend eingesetzt werden darf
-
wo menschliches Urteil Vorrang hat
-
wie Transparenz und Begründbarkeit sichergestellt werden
Diese Prinzipien können als persönliche Leitlinien dienen oder in Teams weiterentwickelt werden.
Transfer 2
Anwendung im pädagogischen Alltag: Verantwortung, Transparenz und Grenzen im Kontakt mit Kindern und Jugendlichen sichtbar machen
Im pädagogischen Alltag erleben Kinder und Jugendliche Technik häufig als gegeben, alternativlos oder übermächtig. KI wird dabei schnell als Autorität wahrgenommen. Pädagog:innen haben die Aufgabe, diese Wahrnehmung einzuordnen und Verantwortung sichtbar zu machen.
Jetzt bist du dran:
Entwickle eine kurze Erklärung, einen Gesprächsimpuls oder eine wiederkehrende Reflexionsfrage, mit der du Kindern oder Jugendlichen verdeutlichst:
-
dass KI von Menschen gemacht ist
-
dass Entscheidungen nicht von der Technik, sondern von Menschen verantwortet werden
-
dass Technik Grenzen hat und nicht alles entscheiden darf
Reflektiere dabei:
-
Wie kannst du Transparenz schaffen, ohne technische Details zu überfrachten?
-
Wie kannst du Unsicherheit benennen, ohne Verunsicherung zu erzeugen?
-
Wie stärkst du Selbstwirksamkeit und kritisches Denken statt Anpassung an Technik?
Optional kann dieser Impuls als Teil eines pädagogischen Leitbilds oder als wiederkehrendes Gesprächsthema im Alltag verankert werden.
Reflect
Der Einsatz von KI ist nicht nur eine technische Frage, sondern eine Frage von Haltung, Macht und Verantwortung. Pädagog:innen bewegen sich dabei im Spannungsfeld zwischen institutionellen Erwartungen, technischen Möglichkeiten und pädagogischen Werten. Die Reflexion dient dazu, diese Spannungen bewusst wahrzunehmen und eine klare professionelle Position zu entwickeln.
Reflexionsfragen zur eigenen Haltung
-
Wo erlebe ich den Wunsch nach Kontrolle in meinem Arbeitsfeld, und wo entsteht daraus Druck?
-
In welchen Situationen fällt es mir schwer, Verantwortung zu übernehmen, statt sie an Technik oder Vorgaben abzugeben?
-
Welche Rolle spielt Vertrauen in meinem pädagogischen Handeln, und wie beeinflusst Technik dieses Vertrauen?
Reflexionsfragen zur zukünftigen Praxis
-
Was möchte ich im Umgang mit KI bewusst beibehalten, weil es pädagogisch sinnvoll ist?
-
Was möchte ich verändern, um mehr Gestaltungsverantwortung zu übernehmen?
-
Welche Haltung zu Verantwortung, Kontrolle und Technik möchte ich an Kinder, Jugendliche, Kolleg:innen oder Eltern weitergeben?