Blinde Flecken & Lernbiografie – reflektiert handeln

Reflexion ist kein Luxus, sondern Grundlage professionellen Handelns. Diese Unit verbindet  sychologische Einsichten zu blinden Flecken und impliziten Bias mit biografischem Lernen.  Du lernst, wie Selbst- und Fremdwahrnehmung zusammenwirken, wie Sprachrahmen (Frames) Denken prägen und wie Feedback deine Lernbiografie weiterentwickelt. Praxisnahe Übungen und Transferphasen machen Selbstreflexion zum Werkzeug der pädagogischen Qualität.

Warm up

„Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind, wir sehen sie, wie wir sind.“ – Anaïs Nin

 

Nimm dir kurz Zeit für folgende Fragen:

Wann hast du dich zuletzt missverstanden gefühlt – und warum?

Welche Erfahrung hat dein Verständnis von „gutem Lernen“ besonders geprägt?

Wie reagierst du, wenn jemand dir Feedback gibt?

Welche Worte nutzt du für schwierige Situationen – neutral, bewertend oder offen?

 

Fertig?

Gemeinsam mit deinem Buddy:

  •  Erzählt euch gegenseitig eine Situation, in der ihr eine Person falsch eingeschätzt habt. Was war der blinde Fleck?

 

Learn

Kritische Selbstreflexion & blinde Flecken

Definitionen & Prinzipien

  • Reflektive Praxis = ständige Prüfung des eigenen Tuns (Reflexion-in-/on-action).

  • Blinde Flecken = unbekannte Anteile der Selbstwahrnehmung.

  • Framing = kognitive Rahmung durch Sprache und Kontext.

  • Peer-Feedback = soziales Lernen durch Widerspiegelung anderer.

Relevanz
Professionelle Pädagog:innen arbeiten in Beziehungs- und Kommunikationsfeldern. Reflexion erhöht Fairness, Verständnis und Selbstwirksamkeit – eine Schlüsselkompetenz für SDG 4 (Quality Education).

Herausforderung
Zeitmangel und Teamkultur hemmen regelmäßige Reflexion. Strukturierte Routinen (Buddy-Feedback, Reflexionsraster) sind lösungsorientierte Wege.

 

Um mehr darüber zu erfahren, klicke

HIER

Fertig?

Gemeinsam mit deinem Buddy: 

Wendet das Reflexionsraster an:

Beobachtung

Deutung

Alternative Erklärung

Handlungsoption

 

 

 

 

       
       
       

Diskutiert, welcher Teil der Situation Fakten und welcher Interpretationen sind.

 

Dive in 1

Die eigene Lernbiografie verstehen

Lernbiografien sind subjektive Erzählungen über Bildung und Entwicklung.
Sie zeigen, wie Erfahrungen zu impliziten Haltungen werden – „Ich muss alles richtig machen“ oder „Ich lerne am besten durch Praxis“.

Kernprinzipien

  • Biographizität: Menschen deuten Lebenserfahrungen als Lernprozesse.

  • Selbst und Identität: Lernen verändert Selbstbilder – und umgekehrt.

  • Lifelong Learning: Lernen ist kein Abschnitt, sondern ein Lebensmodus.

Bezug zur Praxis
 Die Reflexion über die eigene Lernbiografie fördert Empathie und Verständnis für Lernende. Sie schafft Verbindung zwischen persönlicher Erfahrung und pädagogischer Professionalität.

Willst du mehr darüber wissen:

Klicke hier

 

Fertig?

Gemeinsam mit deinem Buddy:

Erstellt eine Lernbiografie-Zeitleiste mit 5 Schlüsselerlebnissen:

  • Welche Haltungen über Lernen haben sich daraus entwickelt?

  • Welche möchtest du bewahren – welche loslassen?

Teilt eure Reflexion und findet gemeinsame Muster.

 

Transfer 1

Anwendung für Pädagog:innen

Reflexion wird wirksam, wenn sie Teil des Alltags wird.

Bereit? Los gehts: 

Plane einen monatlichen Reflexions-Slot (30 Min.) im Team.

 

Führt abwechselnd eine Reflexionsrunde nach dem Johari-Fenster durch:

  1. Was ist mir bewusst – was anderen?

  2. Was habe ich heute von meinem Buddy gelernt?

  3. Welche Routine möchte ich ändern?

 Ergebnis: Ein Reflexionsjournal oder Team-Log mit Fragen, Lösungen und Erkenntnissen.

 

Transfer 2

Übertrage das Gelernte auf deine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

 Beispielhafte Umsetzung:

  • Lass Schüler:innen ihre „Lern-Highlights“ erzählen (Erfahrungslernen).

  • Nutze positive Framings im Feedback: „Du hast eine Idee weiterentwickelt“ statt „Du hast nicht aufgepasst“.

  • Entwickle mit deinem Team eine Feedback-Wand für wertschätzende Rückmeldungen.

Reflexionsauftrag:
 Wie ändert sich die Atmosphäre, wenn Sprache bewusst gewählt wird?

Reflect

Reflect

Professionelles Wachstum beginnt mit Selbstreflexion. Diese Einheit hat dich dazu eingeladen, eigene Grenzen als Lernchancen zu sehen.

  • Was möchte ich beibehalten?

  • Was möchte ich verändern?

  • Welche Erkenntnis gebe ich weiter – an mein Team oder meine Lernenden?